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Kulturmerkmale der untersuchten Pilzarten

Merkmale der Kulturpilze

Die Merkmale von Kulturpilzen weichen von den in natura vorgefundenen in vielen Fällen stark ab. Die für diese Arbeit relevanten Pilzarten, welche im ersten Teil der Untersuchungen ausschließlich in Form von Stammkulturen verwendet wurden, werden in Tab. II vorgestellt.

Tab. II: Übersicht der Artmerkmale in Kultur

Pilzart

Morphologische Kultur- und Hyphenmerkmale

Breitsporiger oder Weißer Porenschwamm

Antrodia vaillantii

(DC.: Fr.) Ryv.

Luftmycel stark aufsteigend, den Deckel erreichend, flaumig weich, lang baumwollartig, weit verzweigt, wollig, eisblumenartig, mit Kristallen; Schnallen stets vorhanden und verzweigt; Hyphendurchmesser gleicht dem der Schnallendurchmesser, Hyphendurchmesser 1,5 bis 7,5 Ám, selten > 7,5 Ám breit; Septen z. T. ampullenförmig geschwollen; z. T. Chlamydosporen bildend; Skeletthyphen nicht oder wenig verzweigt, aufsteigende Hyphenstränge kommen vor; Kultur meist rein weiß bis cremefarben, ohne Hemmfarben; Schale ungleichmäßig bewachsen; Braunfäule-Erreger; Bild (43 KB)

Kellerschwamm

Coniophora puteana

(Schum.: Fr.) P. Karsten

Luftmycel flaumig, weich, büschelig, zu Konglomeraten neigend, wollig, z. T. lang baumwollartig, weit und ungleichmäßig verzweigt; Mycel aufsteigend, verstärkt am Rand; Hyphen z. T. mit verzweigten, auch wirteligen Schnallen, ihr Durchmesser kleiner als die Hyphendurchmesser, ihre Oberfläche mit öliger Substanz bedeckt und pigmentiert; z. T. dünnwandige generative Hyphen; Hyphendurchmesser von 1,5 bis über 7,5 Ám; Septen ampullenförmig geschwollen; Hyphenstränge vorhanden; Kultur mehrfarbig mit weißen (junges Luftmycel), cremefarbenen, später mit braunen, gelben und Ocker-Farbtönen (Conidienlager); Braunfäule-Erreger; Bild (27 KB)

Tannenblättling

Gloeophyllum abietinum

(Bull: Fr.) P. Karsten

Luftmycel wollig, z. T. flaumig weich, baumwollartig, lang, weit verzweigt; Hyphen z. T. mit verzweigten Schnallen, diese gleich dick oder dünner als ihre Hyphe; Skeletthyphen nicht oder wenig ungleichmäßig verzweigt; Hyphendurchmesser von 1,5 bis 5 Ám; Arthrosporen (Oidien), selten Chlamydosporen, Basidienbildung in Kultur innerhalb von sechs Wochen möglich; Kultur weiß bis cremefarben, zu braunen bis gelben und ockerfarbenen Tönen übergehend; Kultur wächst ungleichmäßig, daher einige Mycelteile hyalin erscheinend (Braunfäule-Erreger); Bild (32 KB)

Balkenblättling

Gloeophyllum trabeum

(Pers.: Fr.) Murr.

Luftmycel flaumig weich, wollig, wattig, weit verzweigt, z. T. mehlig, bepudert und verfilzt; Schnallen unregelmäßig, aber verzweigt, mit kleineren Durchmessern als die Hyphen, Hyphen selten kleiner als 1,5 Ám meist 1,5 - 5 Ám im Durchmesser und z. T. pigmentiert; Chlamydosporen häufig; Basidienbildung in Kultur innerhalb von sechs Wochen möglich; Kultur selten weiß, meist cremefarben, gelb und ockerfarben mit z. T. orangen Tönen; Kultur wächst gleichmäßig, nur am Rand leicht erhöht; charakteristischer Geruch; (Braunfäule-Erreger); Bild (36 KB)

Echter Hausschwamm

Serpula lacrymans

(Wulfen apud Jacq.: Fr.) Schroeter

Luftmycel zu den Rändern stark aufsteigend, baumwollartig, lang, weit verzweigt, gefiedert, mit Kristallen in älteren Hyphen; Schnallen stets vorhanden und mit immer dem gleichen Durchmesser wie ihre Hyphe, die meisten Hyphen in der Nähe der Wachstumsfront haben mehrfache Schnallen, die meist auswachsen; dünnwandige generative Hyphen nicht selten; Hyphendurchmesser zwischen (min 1-) 1,5 - 3 (-4 max.) Ám; z. T. mit Hyphensträngen, die ein mehr oder minder gleichmäßiges Netz bilden; Skeletthyphen selten, häufig aber in alten Kulturen, diese verzweigen nicht oder nur selten, Durchmesser (1,5-) 4 (-5); selten Chlamydosporen; Kulturen gleichmäßig wachsend; weiß oder hell cremefarben bis (zitronen)gelb (Hemmfarbe) und bis ockerfarben in älteren Schalen; Fruchtkörper bei einigen Stämmen häufig; (Braunfäule-Erreger); Bild (31 KB)

Wilder Hausschwamm

Serpula himantioides

(Fr.: Fr.) P. Karsten

S. himantioides ist mit Kultur- und Hyphenmerkmalen nicht von S. lacrymans zu unterscheiden oder bestenfalls darüber, daß S. himantioides möglicherweise weniger gelbes Hemmycel bildet und daß es unterschiedliche Zuwachsleistung gibt. Diese ist aber über die Zeit nicht stabil und variiert in einigen Stämmen beträchtlich (zu Merkmalen s. S. lacrymans); (Braunfäule-Erreger)

Zur molekularen Unterscheidung siehe die Arbeiten von Schmidt & Moreth (1995 und 1997); Bild (26 KB)

Rosafarbener Saftporling

Tyromyces placenta

(Fr.) Ryv.

Luftmycel wenig aufsteigend, nur am Schalenrand etwas; lang, weit verzweigt, wollig, Hyphenlumen unregelmäßig; Hyphen mit ungleichmäßig verzweigten Schnallen mit gleichen oder kleineren Durchmessern als die der Hyphen; z. T. dünnwandige generative Hyphen; Hyphen selten kleiner als 1,5 Ám, meist 1,5 bis über 7,5 Ám im Durchmesser; monilioide Hyphen (Wölbungen in Ketten); Chlamydosporen selten, Basidienbildung innerhalb von 6 Wochen; Kultur oft rein weiß bis hell cremefarben; Schale gleichmäßig bewachsen, jedoch im Alter Hyphenballen bildend, aber hell bleibend; (Braunfäule-Erreger); Bild (32 KB)

Zusammengestellt nach Bavendamm (1936), Lohwag (1938), Stalpers (1978), Breitenbach und Kränzlin (1986), Schmidt (1994) und eigenen Aufzeichnungen (zu Fruchtmerkmalen vgl. Jahn 1990, Breitenbach und Kränzlin 1986).

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Autor: T. Huckfeldt

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