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Echter Hausschwamm - Serpula lacrymans

Physiologie: Wasser- und Nährstofftransport

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Aus Beobachtungen (Bild, 47 KB) in befallenen Gebäuden und an Kulturen schließen WEIGL und ZIEGLER (1960), JENNINGS (1991) sowie SCHMIDT (1994), dass S. lacrymans in der Lage ist, Wasser und Nährstoffe zu transportieren und so trockenere bzw. nährstoffarme Stellen im Gebäude über Strecken von bis zu 12 m zu überwachsen, das Holz dort evtl. sogar anzufeuchten und dann ebenfalls abbauen zu können. Für diese umstittene Annahme sprechen neben der Fähigkeit, solche Stellen zu überwachsen, das Austreten von Wasser in Form sogenannter Guttationstropfen an Fruchtkörpern (daher auch der Name "lacrymans" - lacrimans (lat.) = weinend). Wachsende Mycelien an trockenem Holz (unter 20 u%) konnten aber bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden (Huckfeldt 2003).

Noch nicht geklärt ist die Frage, nach welchem Mechanismus dieser Wassertransport und die Wasserabgabe funktionieren und welche Teile des Mycels daran beteiligt sind (JENNINGS 1991).

Nuss et al. (1991) unterteilen Mycelien des Hausschwammes in verschiedene Myceltypen: Luftmycel, Oberflächenmycel (Bild, 46 KB), Stränge und Zwischenmycel. Weiterhin werden in Monographien zur Morphologie von S. lacrymans meist vier Hyphentypen unterschieden: Grund-, Faser-, Gefäß- und Substrathyphen. (Bilder, 13, 15, 15 und 14 KB) Ihnen werden grob folgende Funktionen zugeschrieben: Ausbreitung (Bild, 31), Schutz, Transport und Nährstoffaufnahme (JENNINGS und BRAVERY 1991). WEIGL und ZIEGLER (1960) weisen mit Hilfe von radioaktiv markiertem Phosphat und Glucose nach, dass ein Stofftransport in den Strängen stattfindet (welche sich aus Grund-, Faser- und Gefäßhyphen zusammensetzen) und vermuten, dass dieser sich hier wiederum in den Gefäßhyphen vollzieht. Es existiert jedoch auch die Theorie einer Beteiligung der Grundhyphen, nämlich bei der Wasseraufnahme und evtl. auch bei der -abgabe.

Auch zu dem Mechanismus des Wasser- und Nährstofftransports finden sich in der Literatur verschiedene Theorien. JENNINGS (1991) schließt aus Untersuchungen mit verschiedenen radioaktiv markierten Stoffen, dass der Stoff- und der Wassertransport gekoppelt sind und insgesamt ein Flüssigkeitstransport über osmotischen Druckausgleich stattfindet.

Über den Mechanismus der Wasserabgabe an Fruchtkörpern und Hyphenspitzen ist noch wenig bekannt, JENNINGS (1991) vermutet eine Ultrafiltration der Guttationstropfen an der Plasmamembran, da der osmotische Wert des Plasmas höher ist als in den Tropfen. In anderen Systemen von Dicotyledonen kommen sowohl aktive als auch passive Guttation an Hydrathoden vor (STRASBURGER 1991). - weiter

Autor: T. Huckfeldt

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